Presse

Mit rotem Flitzer auf Achse

Schopfheim (hjh). Jetzt kann’s losgehen: „Das lange angekündigte Team zwei des AWO-Projektes ‚Essen auf Rädern‘ ist aufgebaut“, freut sich das AWO-Vorstandsteam um Heidi Malnati und Irmgard Sutter. Und nun haben sie einen weiteren Grund zur Freude. Denn mit dem Autohaus Böhler hat ein patenter und potenter Sponsor einmal mehr Verständnis für die Probleme der AWO, ein Projekt zu finanzieren, das hilft, die Not Bedürftiger zu lindern und nicht mehr ganz so mobilen Menschen zu einer warmen Mahlzeit zu verhelfen. Und um es nicht bei Lippenbekenntnissen zu belassen, stellte Michael Böhler der AWO und speziell dem Projekt „Essen auf Rädern“ einen  Opel Meriva zum halben Mietpreis zur Verfügung. Roderich Felber, der neu eingestellte Fahrer, fährt den roten Flitzer, der mit Klimaautomatik und einem NAVI bestückt ist. Er bedient damit die Ortschaften Steinen (neu), Weitenau, Wieslet, Enkenstein, Langenau, Maulburg (neu) und Hausen, Schopfheim gehört wie bisher zur ersten von den beiden Touren, welche die AWO in ihrem Programm hat.

vlnr. Michael Böhler, Manfred Bockey, die zweite Vorsitzende der AWO Irmgard Sutter und der Fahrer des „Neuen“ Roderich Felber

Für Michael Böhler und Manuela Böhler-Szmerlowski war es eine Selbstverständlichkeit, der AWO ein weiteres Mal unter die Arme zu greifen. „Irgendwie habe ich dieses Gen einfach im Blut“, sagte Michael Böhler und erinnerte daran, dass schon sein Vater über Ruth und Werner Sprich eng verbunden gewesen sei mit der Arbeiterwohlfahrt und eisern die Ziele dieser Organisation vertreten hat. Wie seine Frau finde er selbst es äußerst lobenswert, dass sich ehrenamtliche Helfer zusammen mit der AWO für Notleidende oder gehandicapte Mitmenschen so selbstlos einsetzen. Deshalb habe es in seinem Haus auch keine Diskussion gegeben, als der Beschluss gefasst wurde, der AWO die Hälfte der Fahrzeugmiete für das firmeneigene Fahrzeug zu erlassen und die Kosten für Wartung, Reparatur, Versicherung und Steuer zu übernehmen.

Die AWO betont in diesem Zusammenhang noch einmal, dass „große soziale Projekte tatsächlich nur zu verwirklichen sind, wenn sie von der Bevölkerung akzeptiert und unterstützt werden und wenn sich Firmen wie das Autohaus Böhler dafür einsetzen, ehrenamtlichen Helfern eine große Last von den Schultern zu nehmen.“ Mit solch großzügigen Gesten unterstützt das Autohaus nicht zuletzt den Versuch, den Bereich Essen auf Rädern so auszudehnen, dass möglichst viele Menschen in den Genuss des hilfreichen Service kommen. Die AWO ist zuversichtlich, dass ihr Plan aufgeht, den Menschen weiterhin Mahlzeiten zu einem annehmbaren Preis anbieten zu können.

 

Info

Die beiden Fahrzeuge der AWO legen im Lauf eines Jahres rund 15000 Kilometer zurück. Rund 100 Essen werden pro Tag ausgeliefert. Weitere Informationen sind im Web unter http://www.awo-schopfheim.de oder bei Manfred Bockey unter der Rufnummer 0151 23282137 zu finden bzw. zu erhalten.

AWO ist jetzt in der Pflugpassage

aus der Badischen Zeitung vom 2.10.2015

Die Suche hat ein erfolgreiches Ende: Die Arbeiterwohlfahrt hat ein neues Domizil gefunden / Raum ist ebenerdig und zentral.Die AWO hat im Pflughof ein neues Domizil gefunden, der Vorstand freut sich (von rechts): Heidi Malnati, Irmgard Sutter, Max Werner Scheiwe, Margret Vogt und Rosemarie Kuhn. Foto: Marlies Jung-Knoblich/André Hönig

  1. Der neue AWO-Raum in der Pflugpassage Foto: André Hönig

  2. Die AWO hat im Pflughof ein neues Domizil gefunden, der Vorstand freut sich (von rechts): Heidi Malnati, Irmgard Sutter, Max Werner Scheiwe, Margret Vogt und Rosemarie Kuhn. Foto: Marlies Jung-Knoblich/André Hönig

SCHOPFHEIM. Die Suche hat ein Ende: Die Schopfheimer Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat seit dem 1. September eine neue Bleibe in der Pflughof-Passage gefunden. Die Erleichterung darüber ist groß, denn seit längerer Zeit ist die AWO auf der Suche nach einem eigenen Domizil.

Irmgard Sutter (2. Vorsitzende) erinnerte daran, dass es ein etwas unglückliches Jahr 2014 für die AWO war, nachdem sie wegen Eigenbedarf der Stadt, die mehr Platz fürs Standesamt brauchte, aus dem Raum im Rathaus ausziehen musste. Fast 20 Jahre lang war die AWO dort zu Hause. Hinzu kamen interne Sorgen, denn es war schwierig, einen neuen Vorstand zu finden. „Netterweise hat Heidi Malnati den Vorsitz übernommen“, sagte Irmgard Sutter. Die AWO fand dann im evangelischen Gemeindehaus eine neue Heimat, wofür man auch sehr dankbar sei, betonte der Vorstand. Und doch hielt der Vorstand die Augen auf, um vielleicht doch noch zu eigenen Räumen zu kommen. Und das hat jetzt geklappt.

„Das war reiner Zufall“, erzählte Vorsitzende Heidi Malnati. Sie war gerade in der Post, als sie sah, wie ein Mann aus dem leeren Raum in der Pflugpassage kam. „Ihn habe ich angesprochen“, erklärte Heidi Malnati. Es stellte sich heraus, dass er der Eigentümer war und durchaus Interesse an einer Vermietung hatte. „Es ist nicht leicht, einen Raum zu finden, der finanziell erschwinglich und zentral gelegen ist“, schilderte Heidi Malnati. Vom Raumbedarf her sei der Raum genau richtig, freute sich Irmgard Sutter. Die Handarbeitsdamen haben ihren Platz, der Raum eignet sich für Besprechungen, hat einen kleinen Nebenraum, in dem auch mal ein Kaffee gekocht werden kann, und ein eigenes WC. Ganz wichtig sei auch, dass der Raum ebenerdig ist. „Wir gönnen uns diesen Raum als Treffpunkt und würden ihn gern längerfristig nutzen“, sagte Irmgard Sutter. Der Mietvertrag sei zwar auf zwei Jahre angelegt, aber verlängerbar, ergänzte Heidi Malnati. Jeder im Vorstand habe seine Aufgabe, hielt Irmgard Sutter fest. „Wir hoffen sehr, mehr Menschen zu finden, die zur Mitarbeit bereit sind.“ Die Aufgaben der AWO seien breit gefächert. Die Handarbeitsgruppe ist mit einem Stand samstags auf dem Sparkassenplatz zu finden (der nächste ist am 10. Oktober), das „Essen auf Rädern“ will organisiert sein, „ein immens wichtiger Baustein für Senioren“, sagte Irmgard Sutter. Der Bedarf steige. Wurden 2012 noch 10 829 Essen ausgeliefert, waren es 2013 12 380, hieß es bim Oktober 2014, als die AWO ein neues Fahrzeug erhielt. Beliefert werden Schopfheim samt Ortsteilen, darüber hinaus Wieslet, Weitenau und Hausen. „Es ist zwar ein Ehrenamt, doch ist die AWO ein kleiner Betrieb“, erklärte die Vorsitzende. Unterstützt werden Kinder aus sozial schwachen Familien, – in Absprache mit Schulen – damit sie zum Beispiel an Extras wie Schulausflügen teilnehmen können. Zweimal im Jahr organisiert die AWO Ausflüge. „Rosemarie Kuhn ist unsere Ausflugsmanagerin“, sagte Irmgard Sutter. Die AWO beteiligt sich am Kinderferienprogramm und richtet auch eine Weihnachtsfeier für die Mitglieder aus. Sechs bis acht Frauen zwischen Mitte 50 bis 91 Jahre treffen sich alle zwei Wochen dienstags um 14 Uhr, um Handarbeiten für den Verkauf anzubieten. Das nächste Treffen ist am 13. Oktober. „Wollspenden sind immer gern gesehen.“ „Und Handarbeiten liegen im Trend“, weiß Heidi Malnati. Eine Handarbeitsdame habe sogar für die Jupa-Aktion (umstricken der Stadtlaternen) mitgemacht.

Heidi Malnati hofft, dass der zentrale Raum in der Pflughofpassage neugierig macht und dass die Leute mal vorbeischauen oder auch bei der AWO mitmachen. Schön wäre es aus Vorstandssicht zudem, verlässliche Öffnungszeiten einzuführen. Zunächst aber wird der Raum noch gestaltet und sukzessive eingerichtet.

Info: Jede Spende ist willkommen. Das Spendenkonto: IBAN DE34683515570003001690.
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Mit dem Herz am rechten Fleck Gutes tun im Ehrenamt

Essen-auf-Raedern-vlnr-Braun-Opedl-Heidi-Spiering-Malnati-BoehlerSchopfheim  (hjh). Sie tun Gutes, arbeiten ehrenamtlich im Hintergrund und stellen ihr Licht oft auch unter den Scheffel. Aber sie haben das „Herz“ nicht nur in ihrem Logo stets auf dem rechten Fleck: die unverzichtbaren sozialen Dienste der Arbeiterwohlfahrt (AWO) blühen und gedeihen üppig. Sie werden allerdings meist nicht so gesehen und gewürdigt, wie das die engagierten Mitarbeiter verdient hätten. Und nur selten werden diese Dienste mit der Organisation in Verbindung gebracht, die als Ableger der SPD seit Jahrzehnten Menschen unter die Arme greift, die sich nicht selbst helfen können oder deren Mobilität langfristig oder zeitweilig stark eingeschränkt ist.

Einer dieser Dienste kutschiert „Essen auf Rädern“ durch die Markgrafenstadt. Von der Familie Sprich vor etwa zweieinhalb Jahrzehnten inszeniert, beliefern die Mitarbeiter der AWO ihre Schützlinge mit feinem Essen und sorgen so für eine ausgewogene Ernährung bei rund 55 bis 60 Familien, die in Hausen, in der Stadt und in ihren Ortsteilen derzeit kontinuierlich bedient und sicherlich auch ab und an glücklich gemacht werden. Im Jahr 2012 fuhren die Helfer 138.950 Kilometer, um 10.829 Essen zuzustellen. 2013 war der AWO-Astra 156.078 Kilometer (+12,3 %) mit 12.380 Essen (+14,3 %) auf Achse. Und die Zahlen werden auch heuer wieder getoppt, vermutet Thomas Braun, der erste Vorsitzende des Ortsverbandes. Und er betont im Verein mit seiner Vorstandskollegin Heidi Malnati, dass die Zunahmen langsam, aber ziemlich sicher an die Substanz der Menschen gehen, die sich selbstlos in den Dienst der guten Sache stellen. Natürlich rühren beide gehörig die Werbetrommel für ihren Verein, der neben dem „Essen auf Rädern“ unter anderem eine Bastelgruppe unterhält, die sich jeden Dienstag im AWO-Raum im Evangelischen Gemeindehaus trifft, um Handarbeiten zu fertigen, die auf dem Wochenmarkt und zur Weihnachtszeit zum Verkauf angeboten werden, weil Schmalhans Küchenmeister ist in der von den Hilfsaktionen der AWO permanent kränkelnden, auf Spenden angewiesenen Vereinskasse.

In die reißt nun eine Investition ein weiteres Loch, die nicht mehr länger aufgeschoben werden konnte. Der weiße Opel-Astra Caravan, den jeder schon mal durch die Stadt flitzen sah, ist in die Jahre gekommen. „Immer mehr Geld hätten wir für Reparaturen ausgeben müssen. Und beim TÜV drohte die alte Karre durchzufallen, sagte Thomas Braun, dessen Vorstandsteam sich im Frühjahr entschloss, Nägel mit Köpfen zu machen: beim Autohaus Böhler, dem Haus- und Hoflieferanten des Ortsverbandes, wurde ein Opel-Meriva bestellt, der nicht zuletzt den Anforderungen seiner überwiegend älteren Fahrer(innen) entspricht. Er erlaubt bequemes Ein- und Aussteigen. Und er ist mit einem Automatikgetriebe ausgestattet, was dem Kurzstreckenverkehr in der Stadt entgegen kommt, wie Thomas Braun und Michael Böhler bei der Fahrzeugübergabe am Donnerstag im Autohaus Böhler unterstrichen.

Den Schlüssel zum neuen Glück in weiß überreichte Michael Böhler der über beide Backen strahlenden AWO-Beauftragten Heidi Spiering, bei der die Fäden in Sachen „Essen auf Rädern“ zusammenlaufen. Zusammen mit Ingeborg Ginzler organisiert sie Woche für Woche den Transport von rund 250 Portionen Essen, die ihre Kunden aus dem täglichen Angebot von sechs Menus ausgewählt haben.